Niederländische Polizei inhaftiert Gründer von Komodore64

Komodore64 - Polizei verhaftet Gründer

Die niederländische Polizei hat den Gründer des Blockchain-Spieleentwicklers Komodore64 inhaftiert. Das Unternehmen hat im Juni dieses Jahres 78 Millionen Euro von Investoren eingesammelt und die Entwicklung einer Blockchain-basierten Spieleplattform avisiert. Dabei werfen die Behörden dem Unternehmen vor, dass es ein betrügerisches Geschäftsmodell verfolgt.  Kurzum sehen die Beamten im Geschäftsmodell eine betrügerische Handlung gegenüber der Mitarbeiter und Investoren.

Insolvenzmeldung ruft Behörden auf Plan

Wie ein Bericht des niederländischen Entrepreneur-Magazins Sprout verdeutlicht, steht das Blockchain Startup Komodore64 aufgrund einer Insolvenzanmeldung im Fokus der behördlichen Ermittlungen. Dementsprechend hat das Unternehmen, welches erst im Juni 2019 rund 78 Millionen Euro von Investoren sammelte, den Insolvenzantrag gestellt.

Im Zentrum der Untersuchungen steht nun der Gründer des Startups, Sam N., der laut verschiedenen Quellen Investoren betrogen hat. Der Unternehmensgründer habe demnach behauptet, dass die große Investmentbank Goldman Sachs in das Unternehmen investiert hat. Um die Geschichte glaubhaft in der Öffentlichkeit zu platzieren, hat Sam N. zusammen mit einigen Mittätern eine Delegation der Investmentbank vorgetäuscht.

Außerdem heben die Mitarbeiter des Unternehmens hervor, dass allein die Einführungsparty des Unternehmens mehrere Tausend Euro gekostet habe. Allerdings haben weder die Lieferanten, noch die internen Mitarbeiter eine Abrechnung erhalten. Folglich haben die Mitarbeiter des Unternehmens den offiziellen Insolvenzantrag gestellt.

Komodore64 täuscht Mitarbeiter und Investoren

Des Weiteren sagt John Dullaart, Kurator von Komodore64, dass Max Theyse kein Gründungsmitglied des Unternehmens sei.

„Ich denke, dass N. ihn als solchen präsentiert hat. Der wahre Mitgründer ist jemand anderes. Diese Person sagt, er sei überrascht, dass der Mitgründer jemand anderes als er selbst war. – John Dullaart

Folglich ist Max Theyse ebenfalls zum Opfer dieses Scams geworden. Zudem verdichten sich die Hinweise, dass Sam N. wissentlich ein falsches Unternehmen aufgebaut hat, um Geld über ein ICO zu generieren. Schlussendlich konnte die Polizei N. in einem Hotel beschlagnahmen. Dabei verdeutlichen die Berichte, dass sich N. in diesem Hotel aufhielt, um wütenden Investoren aus dem Weg zu gehen.

Cyberkriminalität nimmt zu – Komodore64 kein Sonderfall

Bereits in diesem Sommer koordinierte Europol in Zusammenarbeit mit der niederländischen Polizei, Eurojust, der National Crime Agency des Vereinigten Königreichs sowie der South West Regional Cyber Crime Unit des Vereinigten Königreichs die Verhaftung von sechs Personen. Diese sollen Kryptowährungen mit einem Gesamtwert von 27 Millionen US-Dollar gestohlen haben.

Auch der Unternehmen Barry van Mourik geriet im Mai ins Visier der Beamten. Diese warfen van Mourik aufgrund einer gescheiterten Bitcoin-Mining-Operation mit einem Gesamtvolumen von 23 Millionen Euro Betrug vor. Dabei hat van Mourik die Investoren getäuscht, indem er den Kauf von Mining-Geräten avisierte. Doch statt die entsprechenden Geräte zu kaufen, nutzte der Bauunternehmer das gesammelte Geld für den Erwerb von Luxusgütern.

Fazit: Komodore64 – ein weiteres Beispiel für Cyberkriminalität im Blockchain-Sektor

Nachdem in diesem Jahr bereits mehrere Betrugsfälle aufgrund von Cyberkriminalität im Blockchain-Bereich öffentlich wurden, hat die niederländische Polizei nun erneut den Gründer eines Scam-Unternehmens inhaftiert. Das Unternehmen wollte durch das gesammelte Kapital eine eigene Spieleplattform entwickeln. Bereits der Name Komodore64 sollte eine Verbindung zur C64 herstellen.

Aufgrund ausbleibender Zahlungen an die Mitarbeiter musste das Unternehmen schlussendlich Insolvenz anmelden. Zudem wurde bekannt der Gründer des Unternehmens, Sam N., die Investoren mit fehlerhaften Informationen getäuscht hat. Insbesondere in den Niederlanden ist dies nunmehr einer von mehreren Fällen im Bereich der Cyberkriminalität.

Aus meiner Sicht handelt es sich bei Komodore64 um ein weiteres Scam-Unternehmen aus dem Blockchain-Bereich. Bereits die Meldungen über fälschliche Angaben hinsichtlich der Gründungsmitglieder verdeutlicht, dass das Unternehmen nur Geld von den Investoren sammeln wollte. Für die Investoren sind die kommenden Monate entscheidend, um das vereinnahmte Geld zurückzuerhalten.

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