Muir Glacier soll Eiszeit im Ethereum-Netzwerk hinauszögern

Muir Glacier soll Ethereum vor Ice Age bewahren

Ethereum-Entwickler haben eine neue Hard Fork mit dem Entwicklungstitel „Muir Glacier“ vorgeschlagen. Diese neue Version der Blockchain soll die nahende Eiszeit im Ethereum-Netzwerk verzögern. Prognosen verdeutlichen, dass die kontinuierlich steigende Schwierigkeit dazu beiträgt, dass das Mainnet der zweitgrößten Blockchain immer langsamer wird – die Rede ist von der Eiszeit. In einem Verbesserungsvorschlag für die Ethereum Blockchain vom Ende November hat sich der Entwickler James Hancock für eine Hard Fork ausgesprochen, um den Ice-Age-Mechanismus zurückzudrehen.

Muir Glacier als Lösung für die drohende Eiszeit

Am 22. November 2019 hat der Ethereum-Entwickler ein Ethereum Improvement Proposals (EIP) veröffentlicht. In dem EIP geht der Entwickler auf eine neue Hard Fork namens Muir Glacier ein. Dabei soll diese Hard Fork vor allem als Lösung für die drohende Eiszeit auf dem Ethereum Mainnet fungieren. Außerdem stellt Muir Glacier eine langfristige Lösung für dieses ureigene Problem des zweitgrößten Blockchain-Netzwerks dar.

Dabei ist die Eiszeit des Netzwerks auch unter dem Synonym „Difficulty Bomb“ bekannt und beschreibt die zunehmende Schwierigkeit beim Hashing im Mining-Algorithmus. Aufgrund der Codierung verlangsamt sich die Produktion neuer Blöcke im Netzwerk künstlich. Entsprechend unattraktiv wird das Mining im Ethereum-Netzwerk für die Miner, die sich nach der Einführung des Proof-of-Stake-Algorithmus (PoS) dazu entscheiden, auf dem Netzwerk zu verbleiben.

Ice Age vor Muir Glacier besonders komplex und unverständlich

Weiterhin beschreibt Hancock die implementierte Ice Age als besonders komplex und verwirrend. Dementsprechend sei es nicht sinnvoll, die aktuelle Implementierung an die Community zu kommunizieren. Stattdessen spricht sich der Ethereum-Entwickler für eine Aktualisierung des Entwurfs aus. Aufgrund dieser Anpassung ließen sich die Auswirkungen auf das Netzwerk einfacher modellieren. Außerdem können die Entwickler einfacher prognostizieren, wann die Auswirkungen auftreten und welche konkreten Ausmaße diese einnehmen. Zum aktuellen Zeitpunkt geht Hancock davon aus, dass solche Prognosen aufgrund der vorliegenden Implementierung von Ice Age schlicht nicht möglich sind.

Eine Hard Fork der Ethereum Blockchain könnte diesen Mechanismus zudem verzögern und den Entwicklern ausreichend Zeit einräumen, um eine fundierte Entscheidung hinsichtlich des weiteren Vorgehens bei Ice Age zu definieren. So ließe sich gemeinsam evaluieren, ob eine Aktualisierung der Implementierung oder eine vollständige Entfernung notwendig sei.
„Diese Fork würde uns Zeit geben, um gemeinsam mit der Community die Prioritäten zu definieren und die Absichten der Ice-Age-Implementierung zu verstehen. Und wir hätten mehr Zeit, um Vorschläge zu sammeln und bessere Mechanismen zur Erreichung der Ziele zu entwickeln.“ – James Hancock, Ethereum-Entwickler

Blockausbreitung im Ethereum-Netzwerk mittlerweile doppelt so schnell

Wie Akomba Labs, ein Beratungsunternehmen für Blockchain, einen Test im Ethereum-Netzwerk durch. Im Zuge dieses Tests ließ sich nachweisen, dass die Blockausbreitung zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausgereizt ist. Vielmehr ließe sich die Geschwindigkeit nahezu verdoppeln. Zum aktuellen Zeitpunkt liegt die durchschnittliche Blockausbreitungsleistung bei rund 360 Millisekunden. Ohne die Ausführung des BloXroutes Blockchain Distribution Network ließ sich diese Zeitspanne sogar auf 172 Millisekunden reduzieren – das Eintreten von Ice Age würde dieses Potenzial gefährden.

Fazit: Muir Glacier schützt Ethereum vor der Eiszeit

Ethereum ist nach Bitcoin die zweitbekannteste Blockchain – auch bei der Marktkapitalisierung des ETH Token – und ist vor allem für seine Smart Contracts bekannt. Nichtsdestotrotz steuert das Mainnet zum aktuellen Zeitpunkt auf die sogenannte Ice-Age-Implementierung zu. Der Eintritt dieser Codierung führt zu einem drastischen Anstieg der Difficulty, welche bestimmt, wie schwer das Mining im Netzwerk ist. Mit Cadano steht der PoS-Algorithmus bereits im kommenden Jahr vor der Einführung. Dementsprechend müssen die Teilnehmer des Netzwerks nicht mehr aktives Mining betreiben. Vielmehr können sie am Staking teilnehmen, um neue Blöcke zu validieren.

Der Anstieg der Difficulty trägt allerdings dazu bei, dass die Validierung neuer Blöcke schwerer fällt. Dementsprechend sinken die ausgezahlten Belohnungen im Netzwerk. Dementsprechend sinken auch die Renditen der Miner und diese ziehen Kapital ab, um in einem anderen Netzwerk zu agieren. Die von James Hancock vorgestellte Hard Fork Muir Glacier soll das Blockchain-Netzwerk vor diesem Szenario bewahren und den Entwicklern zusätzliche Zeit einräumen, um eine Lösung zu entwickeln. Außerdem möchten die Entwickler aktiv mit der Community besprechen, welche Anforderungen bestehen und somit die optimale Lösung bereitstellen.

Aus meiner Sicht ist die vorgeschlagene Hard Fork eine sinnvolle Lösung, um ein Erliegen der Ethereum Blockchain zu vermeiden. Nichtsdestotrotz schiebt diese Hard Fork das Problem nur auf und fungiert nicht als endgültige Lösung. Aus diesem Grund müssen die Entwickler auf die Community zugehen und mögliche Anpassungen besprechen, um eine tragfähige und akzeptierte Implementierung für das Mainnet zu entwickeln.

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