Microsoft mit Integration der Blockchain-Technologie in Nasdaq-Services

Der amerikanische Softwarehersteller Microsoft gab am 30. Oktober 2018 eine Kooperation mit dem amerikanischen Börsenbetreiber Nasdaq Inc. bekannt. Im Zuge der Kooperation wird Microsoft die Azure-Blockchain-Technologie in den „Nasdaq´s Financial Framework“ (NFF) integrieren.

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NASDAQ Abbildung

Microsoft kooperiert mit Nasdaq

Am 30. Oktober 2018 gab Microsoft in Zuge einer Pressemitteilung bekannt, dass das Unternehmen die Azure-Blockchain-Technologie im NFF implementieren wird. Bei NFF handelt es sich um eine Technologie, die Software für eine Handelsinfrastruktur sowie zum Outsourcing einzelner Operationen bereitstellt. Für Nasdaq nimmt NFF eine tragende Rolle ein, denn die Plattform sorgt zudem für die Einhaltung strenger Risiko- und Beaufsichtigungsrichtlinien.

Im Rahmen der Kooperation werden beide Unternehmen einen Ledger entwickeln, der eine Interoperabilität über verschiedene weitere Ledger gewährleisten kann. Dieser neue Ledger soll vor allem ein optimiertes Matchen von Käufern und Verkäufern gewährleisten. Des Weiteren versprechen sich die Unternehmen durch den Einsatz des neuen Ledgers ein optimiertes Bereitstellungsmanagement und eine verbesserte Zahlungs- und Abrechnungsdurchführung von Transaktionen.

Die Integration der Azure-Blockchain wird demnach dazu beitragen, dass NFF-Nutzer auf verschiedene Blockchains zurückgreifen können. Hierfür wird dann lediglich ein bekanntes Interface – in diesem Fall Azure – benötigt. Mittelfristig soll diese Entwicklung zur schnelleren Adaption der Blockchain-Technologie beitragen. Auch der Vizepräsident des Enterprise-Bereichs von Nasdaq, Tom Fay, sieht in der Partnerschaft mit Microsoft Potenzial. Vor allem die Überwindung von Komplexitätsproblemen bei der Implementierung der Blockchain-Technologie in existierende Systeme bietet entscheidende Vorteile. Zudem sorgt die Azure-Integration für ein besseres Dienstleistungsangebot gegenüber den Kunden. NFF wird somit mit unterschiedlichen Ledgern kommunizieren können und ein sicheres, skalierbares und vor allem sinnvolles Update zum klassischen NFF bieten.

Nasdaq arbeitet seit längerem an der Blockchain-Entwicklung

Dabei ist die Kooperation mit Microsoft nicht die erste Aktivität des Börsenbetreibers im Blockchain-Bereich. Bereits vor kurzem hat Nasdaq ein Patent veröffentlicht, welches auf der Blockchain-Technologie basiert. Das patentierte System soll dabei zeitsensitive Daten über die Blockchain-Technologie absichern. Mit diesem Patent möchte Nasdaq Inc. sicherstellen, dass zeitlich sensible Daten weiterhin an die Medien kommuniziert werden können, ohne dass die Sicherheit und Korrektheit der Daten gefährdet werden. Zudem gab Bill Dague, der Leiter des Bereichs für alternative Daten bei Nasdaq Inc., bekannt, dass das Unternehmen die Implementierung von Krypto-Datensätzen bei den eigenen Analysetools untersucht. Allerdings steht noch nicht fest, ob das Unternehmen in Zukunft Krypto-basierte Produkte anbieten wird oder nicht.

Doch auch Microsoft intensiviert die Forschungen im Rahmen der Blockchain-Technologie. Erst im August veröffentlichte der Softwarehersteller einen neuen Proof-of-Authority-Algorithmus. Dieser Algorithmus senkt den Wettbewerb bei der Verifizierung von Transaktionen im Blockchain-Netzwerk. Hierbei werden die entsprechenden Nodes bereits im Vorhinein definiert und die Transaktionen den Nodes zugewiesen. Für Microsoft eröffnet sich somit ein effizienterer Weg zur Abwicklung von Transaktionen. Zudem werden auch kommende DApps effizienter, da sämtliche Konsens-Mitglieder bekannt und vertrauenswürdig sind. Insgesamt gilt die neuste Version von Azure als besonders innovativ, denn mit der Integration der Ethereum-Blockchain konnte Microsoft eine Vielzahl von Features zur Sicherstellung der korrekten Funktionsweise sowie zur Optimierung der Sicherheit bereitstellen. Insbesondere Bestandteile wie ein Identity-Leasing-System, ein Web-Assembly Support, Azure Monitor und eine Verwaltung für DApps gehören zu den großen Vorteilen des Dienstes.