Marco Polo Blockchain (R3 Corda) gewinnt immer mehr Kunden

Nachdem Marco Polo vor einigen Monaten die erste erfolgreiche Pilottransaktion durchführte, kann die Trade Finance Blockchain Plattform weitere wichtige Erfolge verzeichnen. Die Plattform begrüßt aktuell zwei neue und wichtige Kunden, welche Interesse an dieser Form der Handelsfinanzierung haben. Die Logwin AG sowie die Sumitomo Mitsui Bank.

Marco Polo Network Blockchain
Marco Polo Network Blockchain @marcopolo.finance

Marco Polo Blockchain

Das Marco Polo Netzwerk ist eines der größten und am schnellsten wachsenden Handelsfinanzierungsnetzwerk der Welt. Gegründet wurde es als gemeinsame Initiative von R3 und TradeIX im Jahr 2017. Die Plattform basiert auf R3s Corda Blockchain. Ihre Aufgabe ist es, das erste verteilte Handelsfinanzierungsnetzwerk bereitzustellen und auszubauen. Mit der Absicht den Banken den Zugang zu neuen offenen und strukturierten Handelsfinanzierungslösungen für ihre Firmenkunden auf effizientere, transparentere und vernetzte Weise zu ermöglichen.

Die Marco Polo Plattform hat bereits über 20 führende Finanzinstitute mit Sitz in Europa, Nord- und Südamerika, dem Nahen Osten und dem asiatisch-pazifischen Raum zusammengeführt. Im März 2019 konnte die ersten reale Transaktionen über das Netzwerk live ausgeführt werden. Die Transaktionen fanden zwischen zwei deutschen Unternehmen, Voith und KSB, statt. Eine Transaktion betraf die Lieferung spezieller Hydraulikkupplungen von Deutschland nach China und die andere die Lieferung von Pumpen innerhalb Deutschlands. Die Abwicklung der Zahlung übernahmen die Commerzbank und die Landesbank Baden-Württemberg. Beide Banken gehören zu den Gründungsmitgliedern des Marco Polo-Konsortiums.

Video: Marco Polo Trade Finance

Marco Polo Vorteile locken neue Mitgliede

Die erfolgreiche Transaktion auf der Plattform zeigt, dass von einem unveränderlichen Ledger wie zum Beispiel Blockchains eine gewisse Attraktivität für Unternehmen ausgeht. Doch auch Finanzinstitute können von der neuen Distributed Ledger Technologie profitieren und wenden sich ihr immer häufiger zu. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  1. Trustless: Unternehmen müssen sich untereinander nicht vertrauen. Haben zwei Parteien erstmal den Handel zugestimmt, dann ist die Transaktion bindend und Smart Contracts sorgen für die Einhaltung und den korrekten Ablauf auf beiden Seiten.
  2. Geschwindigkeit: Transaktion und Handel laufen ausschließlich über die Blockchain. Langwieriges verschicken von Formularen und Daten über den Postweg entfallen. Da alles auf der Blockchain gespeichert wird, sind die Angaben außerdem unveränderlich und können nicht manipuliert werden oder verloren gehen.
  3. Unkompliziert: Gerade bei internationalen Geschäften können die vorher anfallenden Formalitäten sehr viel Zeit und Geld kosten. All das entfällt mit DLT und Blockchain vollständig.
  4. Kosten einsparen: Schließlich sorgen alle oben genannten Punkte dafür, dass der Handel deutlich günstiger wird. Intermediäre sind dadurch überflüssig, Kosten für die Erstellung und Versendung von Formularen fallen ebenfalls weg. Im Vergleich zu traditionellen internationalen Zahlungen sind die Gebühren für eine Transaktion auf der Blockchain nicht nur sehr viel schneller, sondern auch erheblich günstiger.

Sumitomo Mitsui Bank als neues Mitglied

Diese Punkte überzeugten aktuell auch die Sumitomo Mitsui Bank Corporation (SMBC). Die japanische Bank hat vor wenigen Tagen bekannt gegeben, die Handelsfinanzierung durch die Verwendung der Marco Polo Blockchain zu verbessern. Damit schließen sie sich einer Gruppe an, zu der auch so große Banken wie ING, BNP Paribas und die zuvor erwähnte Commerzbank gehören. Die SMBC ist derzeit nach Vermögenswerten die drittgrößte Bank in Japan und damit ein wichtiger Gewinn für das wachsende Netzwerk.

Logwin AG als neues Mitglied

Die Commerzbank und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) haben auf der Marco-Polo-Plattform einen weiteren Meilenstein-Handel abgeschlossen. Wie am 15. August 2019 berichtet, wurde dabei der Logistikdienstleister Logwin AG in die digitale Prozesskette integriert, digital und in Echtzeit.

Bei der Transaktion wurden Bestell- und Lieferdaten zwischen den Unternehmen über das internationale Marco Polo Trade Finance Netzwerk vereinbart. Die Zahlungsbedingungen wurden durch eine unwiderrufliche Zahlungszusage gesichert, die durch den automatisierten Abgleich der Handelsdaten ausgelöst wurde. Erstmals wurde ein automatischer Abgleich der Handelsdaten unter Einbeziehung des ausführenden Logistikers, in diesem Fall Logwin, erreicht, der die relevanten Transportdaten direkt in das Netzwerk eingegeben hat.

Fazit zur Marco Polo Trade Finance Initiative

Die Handelsfinanzierung dürfte von der Verwendung der Blockchain-Technologie stark profitieren. Die Blockchain-Plattform We.Trade, die sich ebenfalls auf Handelsfinanzierung konzentriert, ist erst im Juli letzten Jahres live gegangen. Die chinesische Zentralbank und der französische Kreditgeber Societé General scheinen die Vorteile solcher Plattformen ebenfalls zu erkennen und sind ähnliche Partnerschaften eingegangen. Plattformen wie Marco Polo sorgen dafür, dass die Reichweite der Blockchain hoffentlich weiter steigen wird. Denn von den sinkenden Kosten, der Effizienz und Geschwindigkeit würden letztlich alle profitieren.