Was ist die EOS Blockchain

EOS bezeichnet eine Software, die es Nutzern ermöglicht, eigene, dezentralisierte Apps (dApps) zu entwickeln. Das erinnert stark an die Ethereum-Plattform. Die EOS.IO Software bietet jedoch, im Vergleich zu Ethereum, eine Lösung für das Skalierungsproblem auf horizontaler und vertikaler Ebene. Über die EOS-Blockchain können pro Sekunde Millionen von Transaktionen mit nahezu keinen Transaktionsgebühren durchgeführt werden und eigene dApps entwickelt werden. Die Software wurde von block.one entwickelt.

 

EOS Blockchain Logo
EOS Blockchain Logo @eos.io

 

1. Das Team von block.one

block.one ist ein Unternehmen mit Sitz auf den Cayman Islands. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, die Lücke zwischen Blockchain-Entwicklung und der realen Anwendung der Blockchain-Technologie zu schließen. Im Team von block.one arbeiten vier Personen zusammen.

 

1.1. Brendan Blumer

Brendan Blumer ist der CEO von block.one. Er beschäftigt sich seit 2014 mit der Blockchain-Technologie und ihren Anwendungsmöglichkeiten. Blumer startete mit der Entwicklung von Geschäftsmodellen, welche es erlauben Kryptowährungen in MMORPGs zu handeln. Er arbeitete außerdem mit der 1Group in Indien und den Betreibern von okay.com in Hong Kong zusammen.

 

1.2. Daniel Larimer

Daniel Larimer ist der CTO von block.one. Er gilt als Vordenker des Proof-of-Stake-Konzeptes und Decentralized Autonomous Corporations (DAC). Larimer konzentriert sich auf innovative Technologien, wie Kryptowährungen der zweiten Generation und VR-Simluatoren.

 

1.3. Brock Pierce

Brock Pierce ist ein Partner von block.one. Er ist der Chairman der Bitcoin Foundation und ein Mitbegründer von Blockchain Capital. Pierce gilt als Unternehmer und Venture Capitalist. Insgesamt soll er über 200 Millionen US-Dollar durch eigene Unternehmungen erwirtschaftet haben. Ihm wird eine Pionierleistung auf dem Gaming-Markt im Zusammenhang mit Kryptowährungen zugeschrieben.

 

1.4. Ian Grigg

Ian Grigg ist ebenfalls ein Partner von block.one. Er entwickelt, als Kryptograf in der Finanzbranche, seit über 20 Jahren kryptografische Plattformen. Er gilt als der Erfinder des Ricardian Contracts und als Mitentwickler des Triple-Entry Accounting.

 

 

2. Die Architektur der EOS Blockchain

Im Vergleich zur Ethereum-Plattform, kann EOS als ein operatives System betrachtet werden. EOS versucht nicht, einen dezentral organisierten Weltcomputer mit der Internetinfrastruktur von morgen aufzubauen, sondern fokussiert sich ausschließlich auf die Entwicklung der eigenen Blockchain, um ein funktionales, kryptografisches Protokoll für eine reale Geschäftsanwendung bereit zu stellen, damit Nutzer eigene dApps für die eigenen Zwecke unkompliziert entwickeln können. Hinweis: Das Dawn-Protokoll wurde gerade als Early-Alpha-Version 3.0 veröffentlicht und erlaubt u.a. verzögerte Transaktionen und einen neuen Coin/Token-Standard.

Eine Blockchain, über welche dApps entwickelt werden können, sollte sich idealerweise durch die folgenden Eigenschaften auszeichnen:

  • freie Verfügbarkeit
  • einfache Updatemöglichkeiten
  • geringe Wartezeiten
  • Support für eine hohe Anzahl von Nutzern
  • unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten
  • parallele Anwendungsmöglichkeiten verschiedener dApps

Eine Plattform, die es ermöglicht eigene dApps zu entwickeln, sollte über einen Support verfügen, der Millionen von Nutzern gleichzeitig bedienen kann. Das garantiert im gleichen Zuge geringe Wartezeiten. Längere Wartezeiten könnten schlecht für das Geschäft sein. Die Plattform sollte es außerdem ermöglichen eigens erstellte dApps unkompliziert updaten zu können. Sie sollte zudem ermöglichen mehrere Arten von dApps für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche zur gleichen Zeit betreiben zu können. Inwiefern das die Blockchain von EOS bietet, darauf soll im Folgenden eingegangen werden.

 

2.1. Der Konsens-Mechanismus der EOS Blockchain

Die Architektur der EOS Blockchain bildet das Herzstück von EOS. Das Herzstück der EOS Blockchain wiederum besteht aus dem Konsensus-Mechanismus. Der Konsensus-Mechanismus innerhalb einer Blockchain ist entscheidend für eine möglichst fehlerfreie Funktion des dezentralisierten Netzwerkes. Denn Computer innerhalb eines dezentralisierten Netzwerkes, auch Nodes genannt, müssen sich in Interaktion miteinander darüber einigen, welche Änderungen innerhalb der Blockchain allgemein, von möglichst vielen Nodes, als richtig anerkannt wird. Diese Einigung ist der allgemeinste Konsens zwischen beteiligten Nodes und folgt Regeln, welche im Protokoll einer Blockchain definiert sind. Kommt es zu keinem Konsens, können sich Nodes auf keinen gemeinsamen Nenner einigen und deshalb auch kein gemeinsames Netzwerk betreiben.

Der Konsens-Mechanismus von EOS ist der sogenannte Delegated Proof of Stake. Ein Proof-of-Stake-Mechanismus arbeitet nicht mit Minern, sondern mit sogenannten Validators (Prüfern). Jeder der Prüfer werden möchte, muss für eine bestimmte Zeit eine Mindestanzahl von Coins, im Falle von EOS ist das das EOS-Token, in einer Wallet aufbewahren. In der Regel erhalten Prüfer dann das Recht, Hash-Blöcke der Blockchain auszuwählen, welche in die Blockchain integriert werden sollen. Wählen mehrere Prüfer denselben Block aus, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es ein richtiger Hash-Block ist.

Weil die Prüfer an die Regeln des Protokolls gebunden sind und im Falle eines malignen Verhaltens unmittelbar die eigene Position verlieren, unter anderem neben dem Recht, Blöcke auszuwählen, auch alle gehaltenen Coins, haben Prüfer den Anreiz sich fair und korrekt zu verhalten.

Über den Delegated Proof of Stake hingegen, wählen die Prüfer keine Hash-Blöcke aus, sondern sie wählen Nodes aus, welche Hash-Blöcke erzeugen dürfen. Alle 21 Blöcke wird neu gewählt, wobei automatisch die besten 20 Nodes automatisch gewählt werden. Der 21. Node wird durch die meisten Stimmen ausgewählt. Um eine gute Verteilung zu erhalten, damit das gesamte Netzwerk nicht von einzelnen Nodes abhängig ist, werden die Block-Erzeuger regelmäßig ausgewechselt. Ausgewählte Nodes werden außerdem dafür bestraft, wenn sie keine Blöcke erzeugen. Jeder Node muss innerhalb von 24 Stunden mindestens einen Block erzeugt haben. Um das zu gewährleisten, müssen Nodes miteinander kooperieren. Das senkt die Wahrscheinlichkeit einer Fork.

Über den Delegated Proof of Stake hingegen, wählen die Prüfer keine Hash-Blöcke aus, sondern sie wählen Nodes aus, welche Hash-Blöcke erzeugen dürfen

 

2.2 TAPOS

TAPOS steht für Transaction As Proof Of Stake. Das bedeutet, dass jede Transaktion den Hash, eine Hexadezimalzahl, des Blockheaders, dem Code der einen Hash-Block einzigartig markiert, beinhalten. Das sorgt für mehr Sicherheit, weil eine herbeigeführte Fork unmittelbar erkannt und verhindert werden kann. Jeder Node würde sofort erkennen, wenn der Hash des Blockheaders in einer Transaktion nicht dem Block der EOs-Blockchain entspricht.

TAPOS sorgt dafür, durch die Architektur der EOS-Blockchain, dass es nahezu keine Transaktionsgebühren gibt. Transaktionsgebühren werden oftmals für die Bereitstellung von Rechenpower verwendet. Dadurch, dass Coin-Inhaber bei EOS die Coins auch wirklich besitzen, können sie, proportional zu ihrem Eigentum, Ressourcen verwenden und Transaktionen durchführen. Sie können die eigenen Ressourcen aber auch vermieten. Das bedeutet im Grunde, dass je mehr Nodes im Netzwerk sind, desto mehr Ressourcen stehen zur Verfügung.

Je mehr Ressourcen zur Verfügung stehen, desto mehr Transaktionen können durchgeführt werden und desto mehr Ressourcen können beispielsweise an Entwickler vermietet werden. Der Wert des EOS Token hängt davon ab, wie viele Nodes, also wie viel Rechenpower, sich im Netzwerk befinden. Je mehr Rechenpower zur Verfügung gestellt wird, desto mehr dApps können entwickelt werden.

 

EOS Dawn 3.0
EOS Dawn 3.0 @eos.io

 

2.3. Weitere Funktionen der EOS-Blockchain

Durch den DPoS kann EOS, je nach Netzwerkstärke, beliebig viele Transaktionen durchführen. Die Transaktionsmenge, die durchgeführt werden kann, hängt proportional von der Menge an Nodes im Netzwerk ab. Das löst das Skalierungsproblem. Das Netzwerk ist außerdem enorm flexibel.

Wenn eine dApp, welche auf der EOS-Blockchain entwickelt wird, schädlich ist, kann sie unmittelbar von Nodes eingefroren werden, bis das “System” sich darum kümmert.

Auf der EOS-Blockchain können mehrere dApps parallel betrieben werden. Das wird durch horizontale Skalierbarkeit möglich, was heißt, dass mehr Computer und Systeme an die EOS-Blockchain angeschlossen werden können. Zudem ist es möglich asynchron miteinander zu kommunizieren.

Wie bei WhatsApp müssen Rechner nicht zur selben Zeit online sein, um Informationen miteinander auszutauschen. Die Nodes des Netzwerkes sind interoperabel, sie können mit verschiedensten Systemen einzelner Nodes interagieren.

Ein weiterer Faktor ist das Governance-Modell. Jedes Netzwerk benötigt Regeln, eine Verfassung, wonach es sich richten kann. Die Verfassung von EOS, den grundlegenden Regeln, wonach sich jeder Node im Netzwerk richten muss, ist in jeder Transaktion enthalten. Das sorgt für zusätzliche Sicherheit, weil Transaktionen, die die Verfassung nicht beinhalten, unmittelbar aussortiert werden können.

 

Fazit zu EOS

EOS arbeitet mit einer eigenen Blockchain-Architektur. Das Herz der Blockchain-Architektur besteht im Delegated Proof of Stake. Dieser Konsens-Mechanismus sorgt für eine hohe Flexibilität, eine hohe Skalierbarkeit, eine effiziente und sichere Anwendungsmöglichkeit der Blockchain und für eine sichere Zusammenarbeit einzelner Nodes innerhalb eines Netzwerkes. Alles in allem möchten die Entwickler maßgeschneiderte, kryptografisch verschlüsselte Blockchain-Lösungen für reale Geschäftsanwendungen, im Sinne der Entwicklung eigener dApps, anbieten.

Link: EOS.IO Technical White Paper