CryptoPokemons: Die tanzenden Pandas

Nachdem CryptoKitties vor einigen Monaten die Pionierarbeit für die Collectibles auf der Blockchain geleistet haben, folgten diverse andere Blockchain-basierte Assets und Sammelobjekte. Der neueste Trend auf der Blockchain sind nun CryptoPokemons. Die beliebten kleinen Fantasiewesen, haben nun den Weg auf die Blockchain gefunden. Was steckt dahinter und kann das Prinzip aufgehen?

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CryptoPokemons @cryptopokemons.com

Was sind CryptoPokemons?

Pokémon sind seit den 1990ern ein weltweiter Erfolg. Ursprünglich begann alles mit dem Videospiel, das von Nintendo herausgebracht wurde. Schnell wuchs jedoch ein Merchandising heran. Mittlerweile gibt es neben den Videospielen, Filme, Serien Sammelkarten, Spielzeug, Kleidung und vieles mehr. Im Sommer 2016 landete Pokémon mit Niantic den nächsten großen Coup. Das standortbasierte Augemented-Reality Game Pokémon Go für Android und iOS eroberte die Welt. Nintendo konnte bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung des Spiels den Marktwert des Unternehmens um 9 Milliarden US$ erhöhen.

Nun wurde das Konzept des Sammelspiels auf die Blockchain übertragen. Es ist jedoch fraglich, ob Nintendo in dieses Projekt involviert ist oder überhaupt die Erlaubnis zur Nutzung gegeben hat. Auf der Website von CryptoPokemons werden keine Angaben über die Verantwortlichen und die Hintergründe des Unternehmens gemacht. Auch der Pokemonmarket scheint noch nicht online zu sein.

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Logo von Ethereum

Das Spielprinzip

Das Prinzip von CryptoPokemons ist relativ simpel und vergleichbar mit dem von CryptoKitties und anderen Collectibles. Ziel des Spiels ist es Pokémons zu sammeln. Dabei soll jedes Wesen einzigartig und mit einem eigenen Smart Contract ausgestattet sein. Möchte ein Spieler ein bestimmtes Pokémon besitzen, dann muss er den Smart Contract kaufen. Da es sich um ein Ethereum basiertes Spiel handelt, erfolgt die Zahlung in Ether.

Die Preise sind variabel und hängen von der Seltenheit, dem Level und vielen anderen Faktoren ab. Jedes Pokémon kann insgesamt 4 Stufen der Preiserhöhung durchlaufen. Die Preise beginnen bei 0,01 ETH. Nach oben gibt es keine Begrenzung. Möchte ein Nutzer den Pokémon eines anderen kaufen, dann muss er je nach Preisstufe bis zu das 3-fache des Kaufpreises zahlen, den der Besitzer ursprünglich gezahlt hat. Die verschiedenen Level für Preiserhöhungen sind:

  • Level 1: Bei einem ursprünglichen Kaufpreis zwischen 0,01 bis 0,1 ETH, zahlt der Käufer das 3-fache des Kaufpreises.
  • Level 2: Liegt der Kaufpreis zwischen 0,1 und 0,4 ETH, muss der Käufer das Doppelte zahlen.
  • Level 3: Hat der Besitzer zwischen 0,4 und 1 ETH gezahlt, erhält er vom neuen Käufer 25 % mehr.
  • Level 4: Ab einem Preis von 1 ETH bekommt der Besitzer des Smart Contracts 15 % zusätzlich.

Hier zeigt sich, dass es nicht nur ein Spiel ist. Der Wert des Smart Contracts, bzw. des CryptoPokemons steigt mit jedem Besitzerwechsel. Das Unternehmen verdient ebenso an dem Konzept. Für jede Pokémon Transaktion werden 4,5 % des Kaufpreises als Gebühr berechnet. Dieser Betrag ist bereits im Kaufpreis, der auf dem späteren Pokemonmarket angezeigt wird enthalten.

CryptoPokemons brauchen wie alle Collectibles eine spezielle Technologie

Laut Angaben der Firmenwebsite ist die Technik hinter CryptoPokemons dieselbe wie bei CryptoKitties. Dies ist naheliegend, da solche digitalen Assets andere technische Anforderungen voraussetzen als der ERC20 Token bieten kann. Beim ERC20 Token wird Wert auf Fungibilität gelegt. Das heißt, jeder Token ist gegenüber den anderen Token aus dem System gleichwertig. Das ist sinnvoll, wenn es um Währungen geht. Denn damit soll verhindert werden, dass ein Token an Wert verliert, weil er vielleicht aus einer kriminellen oder unethischen Transaktion stammen könnte.

Ein weiteres Problem des ERC20 Token ist, dass er teilbar ist. Benutzer können sie in kleine Mengen zum Kaufen, Verkaufen oder Handeln aufteilen. Diese Eigenschaft ist ebenfalls für eine Währung sinnvoll. Doch bei einem Sammelobjekt möchte der Nutzer kein Teilstück kaufen, sondern benötigt es im Ganzen. Andernfalls wäre es völlig nutzlos.

Für Sammelobjekte besser geeignet ist daher der ERC-721 Token. Er erfüllt alle oben erwähnten Punkte, die für Sammelobjekte wichtig sind. Der ERC-721 Token bekam vor allem durch die Verwendung bei CryptoKitties sehr viel Aufmerksamkeit. Er ist jedoch nicht völlig ausgereift und muss noch weiter ausgebessert werden.

Fazit

Pokémon ist eine Weltmarke, die viele Millionen Menschen auf der Welt kennen, lieben und kaufen. Die Idee die Sammelfiguren auf die Blockchain zu bringen, könnte durchaus erfolgreich sein. Wenn man bedenkt, welchen Hype bereits die App vor fast 2 Jahren ausgelöst hat, klingt es vielversprechend. Wenn sich jedoch herausstellen sollte, dass CryptoPokemons ohne die Einwilligung von Nintendo agiert haben, kann es für die Verantwortlichen des Projekts unangenehm werden. Die rechtlichen Konsequenzen, die auf sie zukämen, wären immens. Für die Nutzer der Plattform würde sich außerdem die Frage stellen, was mit ihren Sammelobjekten und dem investierten Geld passiert. In welche Richtung die Reise gehen wird, bleibt spannend.