Bitcoin SV Hard Fork Chaos – BSV vorübergehend in 3 Ketten geteilt?

Bitcoin SV bezeichnet sich selbst als das „echte Bitcoin„. Mit dem jüngsten Hard Fork hat BSV unbeabsichtigt etwas nie zuvor Dagewesenes geschafft. Damit heizen sie die kontroversen Diskussionen über ihr Blockchain-Projekt erneut an. Was steckt hinter dem Fork eines Forks und welche Ziele verfolgen sie?

Bitcoin SV Hard Fork
Bitcoin SV Hard Fork

Bitcoin SV – das echte Bitcoin?

Die Geschichte von Bitcoin SV beginnt mit Bitcoin Cash (BCH). Bitcoin Cash entstand als Hard Fork von Bitcoin. Die Anhänger von BCH sprachen sich für eine Erweiterung der Blockgröße aus, um das Skalierungsproblem zu lösen. Auf diese Weise sollte BCH mehr Transaktionen in einem Block verarbeiten können.

BSV wurde im August 2018 erstmals angesprochen. Erneut gab es in der Bitcoin Cash Community erneut einen Disput, aus dem zwei Lager entstanden: Bitcoin Adjustable Blocksize Cap (ABC) und Bitcoin Satoshi Vision (SV). Bitcoin ABC galt als der konservative Flügel und wollte am bestehenden Konzept festhalten. BSV hingegen war der Ansicht, dass man zu sehr von der ursprünglichen Idee des Bitcoin Erfinders Satoshi Nakamoto abrückte und forderten eine Rückbesinnung. Die Kryptowährung sollte wieder als Zahlungs- und Handelsinstrument in den Fokus rücken und die Kapazität des Netzwerks erhöht werden. Im November 2018 kam dann schließlich der Hard Fork und BSV und Bitcoin ABC entstanden.

Das BSV-Lager wird angeführt von Craig Wight, der immer wieder behauptet hat, der wahre Satoshi Nakamoto zu sein. Roger Ver hingegen, einer der wichtigsten Persönlichkeiten rund um Bitcoin und Blockchain, steht für Bitcoin ABC ein. Es entwickelte sich ein regelrechter Krieg zwischen den beiden Lagern, der nicht nur Einfluss auf die Wertentwicklung von Bitcoin Cash hatte. Der gesamte Markt wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen. Den Kampf gewann Bitcoin ABC und wird von den meisten Börsen eher anerkannt als BSV. Dies ist nicht zuletzt auf ihren polarisierenden Anführer zurückzuführen.

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BSV Hard Fork vermeintlicher Erfolg führt ins Chaos

Am 24. Juli 2019 führte BSV einen Hard Fork durch. Dabei wurde die maximale Blockgröße von 128 MB auf 2 GB aufgestockt. Nach anfänglicher Verwirrung wann die Gabelung der Bitcoin SV Blockchain genau stattfinden sollte, wurde der erste größere Block mit 145 MB schließlich erfolgreich abgebaut. Damit schien der Hard Fork erfolgreich abgeschlossen. Doch nur wenige Tage später traten die ersten Probleme auf.

Laut Analyse von BitMEX, der Forschungsabteilung des Krypto-Exchanges, vom 3. August 2019 konnten nur 65% der BSV-Knoten mit dem neuesten Block mithalten, während rund 17 % bei einem 210 MB Block stecken blieben. Weitere 19 % der Knotenbetreiber haben nicht annähernd die nötige Ausstattung und verharren noch auf der ursprünglichen Kette. Damit ist BSV die erste Blockchain, die sich aktuell in 3 Ketten unterteilt. Bitcoin SV bestreitet dies allerdings.

Zu der Gruppe, die beim 210 MB Block festsaßen, gehörten einige beliebte BSV-Dienste wie coin.dance und MoneyButton. Wie Ryan X Charles, CEO von MoneyButton, berichtete waren die Speicher ihrer Knoten nicht in der Lage mit Blocks dieser Größenordnung umzugehen. Im Stresstest versagten die Knoten daher und brachen zusammen. Der Dienst war für 3 Stunden nicht erreichbar. Das Netzwerk hat sich seit der Spaltung größtenteils wieder im Konsens eingefunden. Coin.dance und MoneyButton sind wieder aktiv und folgen der neuen BSV Kette. Dennoch geschah dies nicht ohne Opfer. Wie Charles erklärte wird das Betreiben der neuen Nodes mehrere Tausend US$ kosten.

Erhöhte Blockgröße war ein Eigentor

Bitcoin SV ist mit seinem Versuch, die maximal zulässige Blockgröße so drastisch zu erhöhen, weit über das Ziel hinausgeschossen. Ihr Motto schien dabei zu lauten: Größer ist besser, egal was kommt. Damit hat das Unternehmen jedoch eine massive Sicherheitslücke hervorgebracht. Hacker und andere böswillige Teilnehmer könnten die Blockgröße nutzen, um das Netzwerk abstürzen zu lassen.

Aus diesem Grund halten sich Blockchains wie Bitcoin Cash bei Änderungen an der Blockgröße zurück. Sie fürchten die Fragmentierung ihrer Blockchains. In ihrem Fall wäre das eine wirtschaftliche Katastrophe. Bitcoin SV hat da weniger zu verlieren. Denn in ihrer Blockchain gibt es kaum nennenswerte wirtschaftliche Aktivität. Denn rund 96 % aller Transaktionen werden ausschließlich von einer Wetter App generiert.